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Zweites Leben gesucht


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Handelsimmobilien 

Prognosen zufolge werden durch den Strukturwandel im Handel immer mehr Einzelhandelsflächen leer stehen. Ideen zur Nachnutzung werden dringend benötigt.

Von Ursula Rischanek

Der Strukturwandel, der sich im Handel bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat, hat durch die Pandemie an Dynamik gewonnen. denn aufgrund der Lockdowns haben mehr Menschen denn je ihre Shoppingtour aus der analogen in die digitale Welt verlegt beziehungsweise verlegen müssen. Damit setzt sich die Rekordjagd beim Onlineumsatz fort: Haben Herr und Frau Österreicher im Vorjahr im Onlinehandel bereits rund 8,7 Milliarden Euro ausgegeben, so wird der Onlineumsatz heuer einen neuen Rekordwert von 9,6 Milliarden Euro erreichen. Das geht aus der e-Commerce-Studie 2021, die die KMU Forschung Austria im Auftrag des Handelsverbandes und der Plattform „Versandhandel, eCommerce & Marktplätze“ erstellt hat, hervor.
Leidtragender ist nach wie vor der stationäre Handel: So mancher Einzelhändler hat nach dem letzten Lockdown seine Pforten nicht mehr geöffnet, weitere werden folgen. Zwar ist die befürchtete Pleitewelle bisher nicht angerollt – zu Jahresbeginn konnte jeder vierte Händler aus dem Bereich Textil/Schuhe seine Rechnungen nicht mehr bedienen –, doch ganz vorbei ist die Gefahr noch nicht. Einerseits weil der Handel für heuer mit einem Umsatzminus in Höhe von etwa vier Prozent rechnet, andererseits müssen doch einmal offene Forderungen beglichen werden. „Mit der von der Regierung eingeführten ‚Safety-Car-Phase‘, die Ende September geendet hat, wurde den Unternehmen eine weitere Möglichkeit am Silbertablett serviert, die Rückzahlung ihrer Schulden bis ans Äußerste hinauszuzögern. Dadurch ist der Schuldenberg vielerorts weiter angewachsen, was häufig in einem wirtschaftlichen Fiasko enden wird, sobald die offenen Forderungen fällig sind“, sagt Karl-Heinz Götze, MBA, Leiter KSV1870 Insolvenz.

Toplagen gefragt

Auf den Immobilienmarkt bezogen, bedeutet das, dass möglicherweise immer mehr Flächen in Einkaufsstraßen und Einkaufszentren frei werden und das auch länger bleiben. denn, wie Hannes Lindner, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Standort+Markt, sagt: „Der e-Commerce bleibt, es wird sich noch einiges bewegen.“ Noch ist es allerdings nicht so weit: „An den absoluten A-Standorten ist die Nachfrage relativ gut“, weiß Lindner. Mario Schwaiger, Einzelhandelsspezialist der EHl Gewerbeimmobilien GmbH, ergänzt: „Der Einzelhandel hat den Corona-Schock überwunden. immer mehr Unternehmen nutzen die Chance, auf frei werdenden Flächen spannende neue Konzepte zu realisieren.“ auf der Suche sind, heißt es im Update zum EHl-Einzelhandelsimmobilienreport vom Sommer, die boomende Sportartikelbranche, da vor allem der Fahrradhandel. Aber auch Diskonter wie Tedi, Action oder KIK suchen Flächen. Im Textilhandel ist dem Update zufolge ein Bedarfsrückgang festzustellen, ebenso bei Großflächen von 2500 bis 3000 Quadratmetern. Die Nominalmieten für Einzelhandelsflächen an guten und sehr guten Standorten sind dem Update zufolge im zweiten Quartal weitgehend gleichgeblieben. Die während der Pandemie deutlich gestiegene Bereitschaft, Mietern mit mietfreien Zeiten oder Zuschüssen für Umbau entgegenzukommen, ist hingegen gesunken. Und in Bestlagen wie Kohlmarkt und Graben in Wien werden weiterhin Spitzenerträge von 300 bis 500 Euro pro Quadratmeter erzielt.

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Foto: iStock.com/Meinzahn

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