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Der Egoismus der Pharmakonzerne


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Impfstoffe

Millionen Impfdosen droht die Vernichtung, weil Hersteller die Weitergabe der Vakzine an ärmere Länder immer wieder blockieren und verzögern. Das Handeln der Pharmakonzerne in der Covid-19-Pandemie wurde lange als zu sakrosankt angesehen. Offenbar werden Profite doch vor Menschenleben gestellt. Doch damit wird die weltweite Pandemiesituation nur noch weiter in die Länge gezogen.

Die WHO und die Vereinten Nationen haben mehrmals bekundet, wie wichtig es im Kampf gegen die Corona-Pandemie wäre, wenn auch ärmere Länder Zugang zu Impfungen hätten. In diesem Zusammenhang wurden Booster-Shots in den reichen Industrieländern sogar von der WHO kritisiert, solange es Länder gäbe, wo noch nicht einmal genügend Impfstoffe für Erstimpfungen verfügbarsind. Einige Industriestaaten, so auch Österreich, haben mehrfach Impfstoffspenden an ärmere Staaten abgegeben, doch wie sich herausstellt, werden genau solche Spenden oft von den Herstellern selbst blockiert.

Deutschland: Millionen Impfdosen vor Vernichtung

Wie die deutsche Tagesschau Ende Oktober berichtete, befürchtet die deutsche Bundesregierung, dass demnächst Millionen Impfdosen vernichtet werden müssen, und hat daher angekündigt, diese im Rahmen der Covax-Initiative an ärmere Länder zu spenden. Diese Initiative wurde Ende Mai diesen Jahres auf dem Gesundheitsgipfel der G20-Staaten beschlossen. Insgesamt sollten 3,5 Milliarden Impfdosen an Schwellen- und Entwicklungsländer gespendet werden. Bis Ende 2021 sah der Plan der deutschen Bundesregierung vor, 100 Millionen Corona-Impfungen zu spenden, wie die Tagesschau berichtete. Doch bisher sind nur 19 Millionen Dosen tatsächlich weitergegeben worden. Der Grund: Die Hersteller anderer Impfstoffe stellen offenbar Bedingungen, die eine schnelle Weitergabe der Impfstoffe verhindern.

Impfstoffhersteller in der Kritik

Wie aus einem Schreiben des deutschen Bundesgesundheitsministeriums an die EU-Kommission vom 18. Oktober 2021 hervorgeht, wird das Verhalten der Impfstoffhersteller darin scharf kritisiert. Die Verträge, die die EU-Kommission mit den Impfstoffherstellern im vergangenen Jahr geschlossen hat, bieten den Firmen nämlich defacto ein Vetorecht bei der Weitergabe von Impfstoffen an Drittländer. Die Hersteller müssen nämlich in entsprechende Abgabeverträge einwilligen, berichtet die Tagesschau weiter. Diese Konstruktion nutzen einige Firmen offenbar hemmungslos aus, um Mindestpreise und Ausgleichszahlungen zu verlangen.

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Foto: iStock.com/Dmitry Sido

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