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Altersmanagement


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Das Gebot der Stunde

Smartes Altersmanagement ist das Gebot der Stunde, und es geht alle an: Arbeitgeber, Sozialpartner, Bundesregierung und nicht zuletzt auch die Arbeitnehmer. Corona plündert die Staatskasse und die Babyboomer fordern das Pensionssystem heraus. Da gilt es gegenzusteuern.

Von Siegfried Hetz

So wird es nicht weitergehen. Das steht fest. Die jährlich notwendigen Bundeszuschüsse für das Pensionssystem in Milliardenhöhe sind viel zu hoch. Mit Blick auf die sehr angespannte Budgetlage bedingt durch Covid-19 wird die Sache zusätzlich prekär. Darüber herrscht grundsätzlich Konsens. So mahnt Christoph Badelt eine Pensionsreform ein, um eine langfristige Budgetlücke, die ab 2040 drohen könnte, zu vermeiden. Außerdem verweist der langjährige Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien und ehemalige Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung auf die zweite große Baustelle im Sozialbereich, die Ausgaben für die Pflege, hin. Die Zahl der Pflegegeldbezieher werde sich bis 2060 verdoppeln, so der aktuelle Präsident des Fiskalrates Badelt.

Lücken im Pensionssystem

Dass das öffentliche Pensionssystem nicht gut aufgestellt ist, darauf hinzuweisen wird auch Franz Schellhorn, Thinktank-Agenda Austria-Leiter, nicht müde. Er beziffert den Fehlbetrag, der sich bis 2050 akkumuliert haben wird, auf 125 Milliarden Euro. Die seit 2017 außertourlich gewährten Pensionserhöhungen, die populistischen und wahl- werbenden Motiven geschuldet sind, führen jedes Jahr zu zusätzlichen Kosten im Rahmen von bis zu einer Milliarde Euro. Das Pensionssystem müsse, so Schellhorn, an die ansteigende Lebenserwartung angepasst werden. Um noch rechtzeitig die Kurve zu kratzen, sollte das Pensionsantrittsalter jedes Jahr um zwei Monate angehoben werden. „Die finanzielle Absicherung im Alter ist eine der größten Langfristsorgen der heimischen Bevölkerung.“ Zu diesem Schluss kommt die kürzlich veröffentlichte Studie der OECD „Risks that Matter“. 79 Prozent der Österreicher nennen dies als eine ihrer drei größten langfristigen Sorgen. Damit ist der Anteil merklich höher als im OECD- Durchschnitt mit 72 Prozent. „Das österreichische Pensionssystem steht vor dem Hintergrund des demografischen Wandels weiterhin vor großen Herausforderungen. Eine Reform zur nachhaltigen Finanzierung des Pensionssystems steht nach wie vor aus“, sagt Tobias Thomas, Leiter der Statistik Austria. Bisherige Pensionsreformen hätten das Pensionssystem zwar ein Stück „demografiefester“ gemacht, dies jedoch auch auf Kosten sinkender Leistungen. So zeigt eine Analyse mit dem Generationenkonten-Modell „Schulden-Check“ von EcoAustria, dass das Verhältnis von durchschnittlicher Pension zu durchschnittlichem Erwerbseinkommen von derzeit 56 Prozent auf rund 48 Prozent im Jahr 2060 absinken wird.

Demografischer Wandel fordert Pensionssystem heraus

„Grundsätzlich hat ein umlagefinanziertes Pensionssystem nur wenige Möglichkeiten, auf den demografischen Wandel zu reagieren“, erläutert Thomas. Zum einen können die Beiträge angehoben werden. Diese müssten bis zum Jahr 2060 um 1,5 Prozent des BIP angehoben werden. Dies erscheint angesichts der im internationalen Vergleich ohnehin hohen Belastung des Faktors Arbeit nicht sinnvoll. Eine alternative Option wäre eine zusätzliche Absenkung der Pensionsleistungen um knapp zehn Prozent bis 2060. Dies würde eine deutliche Schwächung der finanziellen Absicherung im Alter darstellen.
Die dritte Möglichkeit wäre, das gesetzliche Antrittsalter an den Anstieg der Lebenserwartung zu koppeln, die von heute knapp 82 bis zum Jahr 2060 auf über 88 Jahre ansteigen wird. Um den demografischen Wandel auszugleichen, müsste das gesetzliche An- trittsalter im selben Zeitraum von 65 auf 67 Jahre steigen. Diese Anhebung bedeutet allerdings nicht, dass das tatsächliche Antritts- alter im selben Maße steigen wird. Um das individuelle Leistungsniveau nicht weiter zu senken, müssten Arbeitnehmer im Jahr 2060 im Schnitt tatsächlich bis gut 63 Jahre arbeiten, so das Fazit von EcoAustria Policy Note 23, die verschiedene Reformszenarien für das österreichische Pensionssystem analysiert.

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Foto: iStock.com/Fotografielink

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