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Die Zukunft des Geldes


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Zukunft

Kein geringerer als der Internationale Währungsfonds IWF kündigte bereits im Oktober 2020 an, dass wir auf einen neuen Bretton-Woods-Moment im internationalen Geldsystem zusteuern. Die Meldung blieb medial relativ unbeachtet. Doch wie wird die Zukunft unseres Geldes aussehen? Die Zeichen stehen für eine radikale Veränderung.

Von Stefan Rothbart

Kristalina Georgieva, die Direktorin des IWF, kündigte in einer Presseaussendung am 15. Oktober 2020 einen neuen Bretton-Woods-Moment für das internationale Währungssystem an. Was eigentlich auf den Titelseiten jeder Tageszeitung stehen hätte müssen, wurde zu einer medialen Randnotiz, dabei geht es hier um eine völlige Neuordnung unseres Geld- und Wirtschaftssystems.

Als das Weltwirtschaftssystem beschlossen wurde

Erinnern wir uns kurz, was das Bretton-Woods-System eigentlich ist. Bereits während des Zweiten Weltkriegs starteten zwischen Großbritannien und den USA erste Verhandlungen über eine wirtschaftliche und währungspolitische Nachkriegsordnung. Es ging um die Stützung des britischen Pfunds durch den US-Dollar. An den Gesprächen waren viele der namhaftesten Ökonomen der damaligen Zeit beteiligt, wie z.B. John Maynard Keynes und Harry Dexter White. 1944 kam es schließlich auf der sogenannten Bretton-Woods-Konferenz im Mount Washington Hotel im kleinen Örtchen Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire zur Unterzeichnung eines Abkommens, das die internationale Währungsordnung nach dem Weltkrieg neu regeln sollte. 44 Staaten waren Erstunterzeichner. Im Wesentlichen ging es darum, dass alle Währungen an den US-Dollar gekoppelt und somit konvertierbar werden und der US-Dollar durch einen Goldstandard wertgesichert wird. Damit wollte man fixe Währungskurse, stabile Preise und ein möglichst stabiles Weltwirtschaftssystem schaffen, was zunächst auch gelang. Als Folge von Bretton Woods wurden internationale Institutionen wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds geschaf[1]fen. Mit anderen Worten, das Bretton-Woods-Abkommen ist die Basis für unser heutiges Weltwirtschaftssystem. Wirtschaftskrisen wie in den 1930er-Jahren wollte man damit verhindern. In den 1950er- und 1960er-Jahren führte das neue Währungssystem zu einem Wirtschaftswunder. Doch es gab Systemmängel. Es waren z.B. keine Deckungsvorschriften für den Geldumlauf vorgesehen. Das führte zu einer expansiven Geldpolitik der Vertragsstaaten. Zahlungsbilanzdefizite und Inflation waren die Folge. Der festgelegte Gold-Dollar-Standard mit einem Preis von 35 US-Dollar pro Feinunze war von der US-Notenbank nur mehr schwer zu halten. Die Nachfrage nach US-Dollar-Währungsreserven konnte weltweit nicht mehr bedient werden. Das System belastete die US-amerikanische Wirtschaft, sodass der damalige US-Präsident Richard Nixon am 15. August 1971 die fixe Goldbindung des US-Dollars aufhob, was zum sogenannten „Nixon-Schock“ führte. Fortan konnten die USA Geld drucken, ohne auf eine Wertbesicherung durch Gold Rücksicht zu nehmen. Das heutige Fiat-Geldsystem war die Folge.

Fiat money rules the world

Unter Fiatgeld versteht man eine Tauschmitte ohne inneren Wert. D.h., es gibt keine Wertabsicherung mit einem realen Wertgegen[1]stand, wie z.B. Gold. Theoretisch erlaubt ein solches Währungssystem die Geldschöpfung in beliebiger Höhe. Begrenzung findet nur über regulatorische Maßnahmen auf dem Gesetzesweg statt. Die Zentralbanken haben sich in den letzten Jahrzehnten dieses Mechanismus bedient, um umfangreiche Staatsausgaben durch Gelddrucken zu finanzieren. Dadurch ist eine enorme Ausweitung der Staatsschulden in vielen Ländern entstanden. Heute sind viele Staaten der Welt weit über ihrem BIP verschuldet. Die höchste weltweite Staatsverschuldung weist Japan mit einem Verschuldungsgrad von 236,3 Prozent des BIP aus, gefolgt von Griechenland mit 168,9 Prozent. Durch den Wegfall des Goldstandards musste man sich natürlich regulatorische Grenzen überlegen, um die Folgen unbegrenzten Gelddruckens (vor allem Inflation) handhaben zu können.

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Foto: iStock.com/peterschreiber.media

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