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Industrie braucht sichere Energie


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Versorgungssicherheit bereits vor Jahren verspielt

Derzeit überschlagen sich die Ereignisse und die Verunsicherung in der Industrie ist dementsprechend groß. Über Jahrzehnte hat man sich von sicheren Energiequellen aus Russland blenden lassen und vorausschauende Energiepolitik vernachlässigt. Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine ist die unverzügliche Energiewende nicht mehr bloß „nice to do“, sondern ein Versäumnis, das sowohl der Wirtschaft als auch der Politik gleichermaßen auf den Kopf fällt.

Von Marie-Theres Ehrendorff

Die Energiekrise ist eine existenzielle Bedrohung für die heimische Industrie mit ihren rund einer Million Mitarbeitern. Die explodierenden Preise für Strom und Gas haben in einigen Fällen bereits zur Drosselung oder Stilllegung der Produktion geführt, womit Tausende Arbeitsplätze in Gefahr sind. Die Industrie appelliert an die zuständige Energieministerin Leonore Gewessler, den Standort zu schützen und sofort gegenzusteuern. Die Gasabhängigkeit Österreichs ist hausgemacht und offensichtlich: Wir haben einen enormen Strommangel, keine Kohle- oder Kernkraftwerke, die wir in der Krise schnell aktivieren könnten, und eine große Abhängigkeit in der Stromerzeugung. Im Winter beziehen wir bis zu 30 Prozent des Stroms aus Gaskraftwerken und gleich viel wird importiert. Eine durchdachte und vor allem umsetzbare Krisenstrategie für die Energieversorgung des Landes ist jedoch in weiter Ferne. Stattdessen antworten Regierungsmitglieder auf Journalistenfragen, dass in einigen osteuropäischen Ländern eine wesentlich größere Abhängigkeit von russischer Energie herrsche und deren Gasspeicher weit weniger gefüllt sind als die unseren.
Mit der Frühwarnstufe im Notfallplan für die Gasversorgung soll das Überwachungs- und Monitoring-System ausgebaut werden, beruhigen Politiker. Energielenkungsmaßnahmen, wie beispielsweise Rationierungen, sind dabei nicht vorgesehen – diese werden erst ab Stufe drei schlagend. Ferner bekräftigt die Regierung, die Gaslieferungen aus Russland würden derzeit uneingeschränkt weiterlaufen und die heimischen Gasspeicher seien zu 13 Prozent gefüllt, was dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entspreche. Sowohl Bundeskanzler Karl Nehammer wie auch Klimaministerin Leonore Gewessler versichern, alles zu tun, um die Gasversorgung für Österreichs Haushalte und Betriebe sicherzustellen. Im Sommer soll ein Gasspeichergesetz für die heimische Energieversorgung fertig sein. Sollte es bis dahin zu einem totalen Ausfall der Gaslieferungen aus Russland kommen, wird das der österreichischen Wirtschaft und Bevölkerung wohl wenig bringen. Andere Länder handeln hierbei vorausschauender: Unser Nachbar Deutschland hat im Eilverfahren zwei LNG-Terminals für verflüssigtes Erdgas aus dem Boden gestampft und denkt bereits laut über die Reaktivierung von Kohlekraftwerken nach. Auch die EU arbeitet im Rahmen ihrer Diversifizierungsstrategie schon zügig an LNG-Lieferverträgen.
Der Krieg in der Ukraine verändert in rasender Geschwindigkeit die Koordinaten der Politik, dabei werden langfristige Pläne ohne konkrete Berücksichtigung der technischen Umsetzbarkeit für die Dekarbonisierung des Landes, wie wir sie derzeit haben, nicht helfen, die akuten Versorgungsprobleme zu lösen. Es braucht eine kurz- bis mittelfristige Strategie, um das Hochfahren der Industrie nach den Corona-Lockdowns zu ermöglichen.

Die Uhr tickt

„Die Preise für Strom und Gas liegen ein Vielfaches über dem Vor-Krisenniveau, allein die Gaspreise liegen beim Siebenfachen einer konjunkturellen Normallage“, befundet Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich. Für die österreichische und insbesondere die oberösterreichische Industrie sieht er durch diese Entwicklung einen massiver Standortnachteil gegeben, wie etwa der Vergleich mit Deutschland zeigt: Dort sind die Stromkosten – je nach Jahreszeit – bis zu 15 Prozent niedriger als in Österreich, ganz zu schweigen von den skandinavischen Staaten oder Ländern außerhalb Europas, wie z.B. den USA.

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Foto: iStock.com/SeppFriedhuber

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