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Shoppinglandschaft im Umbruch


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Konzepte

Mit multifunktionalen Konzepten wollen Österreichs Einkaufstempel Umsätze und Frequenz zurückholen. Diese gelten übrigens auch als Rezept für die Belebung von Innenstädten.

Von Ursula Rischanek

Die in der Regel meist erfolgsverwöhnten Shoppingcenter sind in den vergangenen zwei Jahren, die von staatlich verordneten Lockdowns und Teilschließungen geprägt waren, hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet: Zwar musste noch keiner der 244 heimischen Einkaufstempel – konkret handelt es sich nach Einteilung des Beratungsunternehmens Standort + Markt um 119 Shopping Malls, 114 Retail Parks, drei Factory Outlet Center, vier Town Center sowie drei Department Stores und eine Sonderform, nämlich das Vienna Airport Shopping – schließen und auch der Leerflächenanteil von 4,2 Prozent ist im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie stabil geblieben, es kam jedoch zu deutlichen Frequenz- und Umsatzeinbrüchen. allein im Vorjahr reduzierte sich die Besucherzahl in den Shoppingcentern um 128 Millionen, die Umsätze brachen um geschätzt 1,25 Milliarden Euro auf 12,35 Milliarden Euro ein, so Hannes Lindner und Roman Schwarzenecker von Standort + Markt.

Dabei hat sich eines deutlich gezeigt: Shoppingcenter mit Lebensmittelschwerpunkt haben den Experten zufolge seit 2019 ein durchschnittliches Umsatzplus von 13 Prozent verzeichnet, während jene mit hohem Bekleidungsangebot im Schnitt Rückgänge von 17 Prozent zu verschmerzen hatten. das spiegelt sich auch in der jährlichen Mieterbefragung zur wirtschaftlichen Zufriedenheit mit den Erträgen der Shops im Rahmen des „Shoppingcenter Performance Reports Österreich“ des Wiesbadener Forschungsinstituts Ecostra, das diesen Report seit dem Jahr 2012 erstellt, wider: Shoppingcenter, die aufgrund ihrer Konzeption und Standortlage eine besondere Nahversorgungsfunktion haben, werden demnach derzeit von den Mietern besonders geschätzt. „Diese Entwicklung hat sich bereits seit einigen Jahren angedeutet“, erklärt Ecostra-Geschäftsführer Joachim Will. Nahversorgungszentren, welche durch einen Angebotsschwerpunkt beim kurzfristigen Bedarf wie Lebensmittel und drogeriewaren ein klares Profil haben, damit den Bedarf der Haushalte im Standortumfeld treffen und nicht unbedingt auf ein weiträumiges Einzugsgebiet angewiesen sind, sind in der Mieterzufriedenheit immer weiter nach vorne gerückt und dominieren nun die Spitzengruppe der am besten performenden Center Österreichs. „Dies wurde durch die Corona-Pandemie sicherlich verstärkt. Unabhängig von der weiteren Pandemieentwicklung lassen die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und die allgemeine Preisentwicklung erwarten, dass sich an diesem Trend auch auf absehbare Zeit nichts ändert“, ergänzt der zuständige Projektleiter bei Ecostra, Thomas Terlinden.

Erlebnis Einkauf

Parallel dazu geht es auch weiter darum, einkaufen zum Erlebnis werden zu lassen und eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. „Die zukünftige Entwicklung des stationären Einzelhandels wird sehr von dessen Performance abhängen”, wissen Lindner und Schwarzenecker. Viele Konsumenten, die in Vor-Corona-Zeiten den stationären Handel aufsuchten, hätten zuletzt die Vorteile des Online-Shoppings entdeckt. „Um diese wieder beziehungsweise auch in die Geschäfte zu holen, bedarf es viel Geschick. Der stationäre Handel muss den Konsumenten ein Einkaufserlebnis bieten“, so die beiden. Eine Einschätzung, die auch Paul Douay, Director of Operations Austria & Germany bei Unibail-Rodamco-Westfield, im Rahmen des 24. Retail Symposiums by regioPlan, das am 11. Mai über die Bühne ging, vertreten hat: „Der Konsument möchte keine Shoppingcenter mehr. Er will Orte, wo man etwas erleben kann“, weiß Douay. Kunden würden neue Konzepte verlangen, Wert auf Nachhaltigkeit legen und sich nach Erlebnissen sehnen. Um diese Wünsche zu erfüllen, braucht es Verschiedenes: und zwar nicht nur eine hohe Verfügbarkeit der Waren und die optimale Umsetzung von Multi-Channeling durch die Händler, sondern auch ein umfangreiches Entertainment- und Gastronomieangebot, Gratis-WLAN, Sonnendecks, saubere, moderne WC-Anlagen, Conciergedienste, Frauenparkplätze und Ähnliches, um die Zentren als sozialen Treffpunkt zu etablieren. Lindner und Schwarzenecker gehen in diesem Zusammenhang davon aus, dass sich am Markt „Versorgungszentren“ und „Shopping- und Entertainmentzentren“ herauskristallisieren werden.

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Foto: iStock.com/millionsjoker

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