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Unsicherheiten bremsen Konjunktur


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Industriekonjunktur Vorarlberg

Die größten Unsicherheitsfaktoren für die Vorarlberger Industrie sind neben dem permanenten Mitarbeitermangel die steigenden Energie- und Rohstoffpreise bei aktuell vollen Auftragsbüchern.

Von Christian Wieselmayer

Neben den hohen Energie- und Rohstoffpreisen seien es vor allem auch die Probleme mit der Verfügbarkeit von Vormaterialien sowie die weltweit gestörten Lieferketten, welche die Entwicklung zunehmend bremsen. Und auch der Ukraine-Krieg hinterlässt deutliche Spuren, fasst Michael Amann, Geschäftsführer der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg, die Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2022 zusammen. Der „Geschäftsklima-Index“ der Vorarlberger Industrie – der Mittelwert aus aktueller Geschäftslage und Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten – hat sich im 1. Quartal 2022 erstmals seit dem 2. Quartal 2020 wieder verschlechtert, wenngleich mit plus 32,1 Prozent-Punkten immer noch auf einem hohen Niveau. „Auf Basis einer hervorragenden Ausgangslage bremsen Unsicherheiten die aktuelle konjunkturelle Entwicklung. Die vielfältigen Risikofaktoren prägen die vorsichtigen Zukunftserwartungen unserer Industrieunternehmen“, sagt Amann und erklärt weiter: „Gefüllte Auftragsbücher nützen wenig, wenn die Aufträge aufgrund nicht vorhandener Rohstoffe und fehlender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht bearbeitet werden können. Die stark steigenden Preise bei Energie und Vormaterialien geben gleichzeitig zusätzlichen Druck für Preiserhöhungen und führen absehbar zu einer Verschlechterung der Ertragslage.“

Geschäftslage aktuell gut

Die aktuelle Geschäftslage wird von 70 Prozent der befragten Unternehmen noch als gut bezeichnet. Die Geschäftslage in sechs Monaten wird allerdings nur mehr von 15 Prozent als gut eingestuft, für 14 Prozent wird sie sich verschlechtern. Das spiegelt sich auch in der Einschätzung der Ertragslage in sechs Monaten wider. 49 Prozent rechnen mit einer schlechteren Ertragslage im kommenden halben Jahr, für nur sieben Prozent wird sie besser sein. Der Bedarf an Mitarbeitenden bleibt weiter sehr hoch. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) wollen den Stand ihrer Beschäftigten in den nächsten drei Monaten ausbauen, 38 Prozent planen, ihn zumindest zu halten.

Auf die Pflichtschule fokussieren

„Es ist erfreulich, dass die Betriebe auch in unruhigen Zeiten zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Erschwert wird dies allerdings zunehmend durch Lücken in der Pflichtschulausbildung, die ihrem grundlegenden Bildungsauftrag, besonders beim sinnerfassenden Lesen und den Grundrechnungsarten, nicht immer gerecht wird“, sagt Amann. 40 Prozent der Unternehmen (Zusatzfrage im 1. Quartal) sehen, bezogen auf die Lehrlingsausbildung, den Bildungsauftrag durch die Pflichtschulen nur mehr schlecht bzw. sehr schlecht erfüllt, nur drei Prozent bezeichnen ihn als sehr gut erfüllt. Alle der Pflichtschule nachgelagerten Ausbildungen müssten die in neun Jahren Pflichtschule entstandenen Lücken mit enormem zeitlichem und finanziellem Aufwand ausgleichen. Amann: „Wir bitten die Pflichtschulen, ihre Arbeit zu fokussieren und ihrem Kern-Auftrag rasch wieder gerecht zu werden: Junge Menschen müssen sinnerfassend lesen können – gesellschaftliche Probleme, wie wir sie aus anderen Ländern mit besonders hoher Jugendarbeitslosigkeit kennen, drohen sonst als Konsequenz.“

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Foto: iStock.com/Drazen

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