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Baukosten senken, aber wie?


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Interview mit Baumeister DI Alexander Pongratz

Jetzt reden alle über CO2-Steuern. Gemeint ist damit vorrangig eine Bepreisung des CO2-Ausstoßes. Damit sollen klimaschädliches Verhalten teurer und Anreize für Alternativen gesetzt werden. Was bringen die CO2-Steuern und sind sie wirklich sozial gerecht?

Wie sieht es momentan mit den Baukosten aus? Wie hoch sind diese und was sind die größten Kostenfaktoren im Moment?

Egal wie viel aktuell beispielsweise eine Tonne Stahl kostet, die Planungsleistungen für ein Bauprojekt sind praktisch gleichgeblieben. Bei den Löhnen haben wir nun ca. 4,2 Prozent Lohnerhöhung. Auch das ist nicht der primäre Kostensteigerungsfaktor. Die Baustoffproduktion ist aber energieintensiv. Mit dem rasanten Preisanstieg von Gas und Erdöl steigen auch die Preise besonders für Stahlprodukte, Dämmstoffe und Ziegel. Die Teuerung betrifft fast alle Baustoffe. Lieferengpässe erschweren zusätzlich den Ablauf und tragen erheblich zur Preissteigerung bei. Auch die Verteuerungen von Treibstoffen wirken sich preissteigernd auf die Transportkosten aus. Auch diese sind nicht unerheblich. D.h., die Verteuerung von Baumaterialien ist aktuell vor allem auf die hohen Energiekosten zurückzuführen, die im Zuge des Ukraine-Kriegs angeheizt werden. Das wirkt sich auf alle Produktionsprozesse von Baustoffen aus. Das bedeutet auch, dass mit einer Beendigung des Ukraine-Kriegs bzw. mit einem Stopp der Preissteigerungen im Energiesektor die Kosten für Baumaterialien wieder gesenkt werden können. Ein gänzlich anderer Aspekt ist die Geldpolitik. Aufgrund der niedrigen Zinsen in den letzten Jahren war es plötzlich lukrativ, große Summen in Immobilien zu investieren. Das hat in Kombination mit der Investitionsprämie durch die Regierung dazu geführt, dass sehr viel Kapital in die Baubranche geflossen ist. Beispielsweise haben sehr viele in der Hotellerie die Investitionsanreize genützt, um Sanierungen oder Ausbauten vorzunehmen. Das hat insgesamt die Nachfrage und somit auch die Preise steigen lassen.

Man kann also während der Corona-Pandemie von einem „Stau am Bau“ sprechen. Wird sich das aktuell hohe Auftragsvolumen wieder normalisieren?

Der Immobilien-Hype flacht ab. Die EZB hat angekündigt, im Juli die Zinsen leicht anzuheben, dazu kommen verschärfte Kreditregeln. Wenn die Negativzinsen auf Spareinlagen wegfallen, wird die Kapitalflucht in Immobilien abnehmen. Zudem werden die Renditen der Investoren zunehmend eingeschränkt. Die Mieten steigen nicht mehr so stark mit den Baupreisen mit. Zudem sind die Grundstückspreise enorm angezogen. Da Grund und Boden eine nicht vermehrbare Ressource ist, merken wir auch hier langsam einen Deckel. In Kombination führt das dazu, dass sich die Auftragsvolumen langsam verringern. Besonders betrifft das den geförderten Wohnbau, bei dem in Österreich die Kosten nach oben hin limitiert sind. In der Steiermark darf man z.B. nur mit 2.100 Euro pro Quadratmeter Errichtungskosten ein gefördertes Objekt errichten. Bin ich darüber, dann fällt die Förderung aus. Die gemeinnützigen Genossenschaften warnen daher schon vor einem Rückgang ihrer Leistungen von fast 50 Prozent für das zweite Halbjahr 2022.

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Foto: iStock.com/ilkercelik

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