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EU-Taxonomie: Verbindlicher und strenger


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Nachhaltigkeitszertifikate 

Haben bisher freiwillige Zertifizierungen Auskunft über die Nachhaltigkeit von Immobilien gegeben, so gibt es mit der Taxonomie-Verordnung der EU nun erstmals ein einheitliches und verbindliches Regelwerk dafür.

Von Ursula Rischanek

Die Latte liegt hoch: Bis 2050 soll Europa der erste klimaneutrale Kontinent werden. In einem ersten Schritt soll in den kommenden acht Jahren der Treibhausgasausstoß der EU um zumindest 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Eine wichtige Rolle dabei spielen Gebäude, sind sie doch nach Angaben der UNO für 38 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Nachhaltigkeit ist somit schon in den vergangenen Jahren vom Randthema zum Dauerbrenner geworden. Dementsprechend groß war schon bisher die Nachfrage nach Nachhaltigkeitszertifizierungen. So hat etwa die börsenotierte Immofinanz, die auf die Assetklassen Retail und Büros fokussiert, mittlerweile insgesamt 60 Prozent ihrer Immobilien zertifizieren lassen, heuer soll der Wert auf 70 Prozent steigen. „Investoren sehen in ihnen ein Gütesiegel“, sagt Dietmar Reindl, Vorstand der börsenotierten Immofinanz. Zertifikate würden zunehmend die Vermietbarkeit der Gebäude begünstigen. Einerseits da immer mehr Unternehmen nachhaltig agieren würden, andererseits da die Gebäude mit günstigeren Betriebskosten punkten könnten. Aber auch in Hinblick auf die Preisgestaltung spielen ESG-Faktoren, auf denen die Zertifikate beruhen, schon jetzt eine wichtige Rolle. Zu diesem Schluss kommt ein Arbeitskreis von Immobiliensachverständigen, der auf Initiative von RICS Österreich und PwC Österreich ins Leben gerufen wurde und den Einfluss von ESG-Faktoren auf die Immobilienbewertung untersuchte. „Wir haben Investoren nach den Faktoren gefragt, die ihr Interesse für eine Immobilie mitbestimmen. Wenn eine Immobilie ein Viertel der EU-Taxonomie-Kriterien erfüllt, sind 500 Investoren interessiert. Bei nur zehnprozentiger Erfüllung sind es noch 100. Wenn keine Kriterien nachweislich erfüllt sind, gibt es weniger als zehn Interessenten. Viele dürfen in solche Objekte nämlich gar nicht mehr investieren“, schließt PwC-Immobilienexperte Peter Fischer.

Außen überholt

Mittlerweile allerdings seien die bisher freiwilligen Zertifikate – am weitesten verbreitet sind ÖGNI, Leed und Breeam – von der EU-Taxonomie außen überholt worden, sagt Reindl. Mit dieser gibt es nun nämlich erstmals ein einheitliches und verbindliches Regelwerk für die Nachhaltigkeitsbeurteilung von Immobilien, mit dem institutionelle und private Kapitalanleger grüne Investments erkennen sollen. Mit der Ausweitung der EU-Taxonomie müssen künftig berichtspflichtige Unternehmen, die im Besitz von Immobilien sind, konkrete Auskunft über die Umweltfreundlichkeit ihrer Objekte geben. „Um die Klimaziele zu erreichen, muss auch die Immobilienwirtschaft Verantwortung übernehmen. Sämtliche Teilbereiche werden dadurch betroffen sein, allen voran Bau und Betrieb, aber auch Finanzierung, Vermögensanlage und Bilanzierung“, so Peter Fischer, Real Estate Leader bei PwC Österreich. Gemeinsam mit der ÖGNI bietet PwC übrigens seit Kurzem ein Full-Service-Zertifizierungsangebot nach EU-Taxonomie an.

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Foto: iStock.com/Petmal

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