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Gas-Stopp als Damoklesschwert


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Unabhängigkeit Österreich

Der drohende Ausfall der russischen Gaslieferungen schwebt wie ein Damoklesschwert über der österreichischen Wirtschaft. Bis Ende Juni konnten trotz reduziertem Gasfluss die Speicherstände weiter gefüllt werden. Eine Kapazität von 80 Prozent ist das Ziel für den Winter. Während der Ausbau der erneuerbaren Energien das langfristige Ziel sein muss, braucht es auch kurz- und mittelfristig Investitionen in die Gasinfrastruktur, um Österreich unabhängig von Russland zu machen.

Von Stefan Rothbart

Bis zum Beginn der Wintersaison sollen die Speicher zu 80 Prozent gefüllt sein. So das Ziel der Bundesregierung. Woher das alternative Gas genau stammt, ist nicht ganz so klar. Gekauft wird auf dem Weltmarkt, teilweise zu sehr hohen Preisen. Norwegen, die USA oder Aserbaidschan werden immer wieder als Lieferländer genannt. Doch fraglich bleibt bislang, wie der Transport nach Österreich abgewickelt werden soll. Für Liquid Natural Gas (LNG) fehlt Österreich bislang der Zugang zu Seehäfen mit entsprechenden Kapazitäten. Und auch Pipelinegas ist gar nicht so einfach zu bekommen. Gasströme umzuleiten ist mit technischen Umbauten verbunden. Oft ist nur ein Gasflow in eine Richtung vorgesehen.

Mit Verschleierungstaktik zur strategischen Gasreserve

Die Bundesregierung reagiert nach wie vor nicht sehr vertrauenserweckend. Die Wirtschaft läuft ob der schlechten Krisenkommunikation Sturm. Anders als beim Strom gibt es keinen gesetzlichen Versorgungsauftrag und anders als bei Erdöl gab es bislang bei Gas keine strategische Notreserve. Diese soll nun die kürzlich gegründete Austrian Strategic Gas Storage Management GmbH, kurz ASGM, besorgen. Die ASGM ist eine Tochterfirma der Austrian Gas Grid Management GmbH (AGGM), welche wiederum zu 51 Prozent im Eigentum der Gas Connect Austria (GCA)steht. Die GCA wiederum ist zu 51 Prozent eine Tochterfirma der VERBUND AG und diese ist – welch Überraschung – zu 51 Prozent im Besitz der Republik Österreich. Der VERBUND ist zudem ein börsennotiertes Unternehmen, dessen Aktienkurse sensibel reagieren, sollte sich die Politik einmal verplappern. Die Verschachtelung der Zuständigkeiten hat in Österreich System. Dennoch gelang es der ASGM, über Ausschreibungen 7,7 TWh Gas als strategische Reserve zu beschaffen. Ab 1. November 2022 soll diese dann auch für Österreich zur Verfügung stehen. Kostenpunkt: 958 Millionen Euro, inklusive Speicherkosten.

Gasdiversifizierung braucht Infrastrukturausbau

Von Russlands Gas unabhängig zu werden bedeutet aber nicht, generell auf Gas verzichten zu können. Paradoxerweise wird gerade für die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energiequellen Gas als Brückentechnologie für die nächsten Dekaden eine große Rolle spielen. Für die Diversifizierung der Gasquellen braucht es daher auch relativ rasch Investitionen in den Ausbau der Gasinfrastruktur, damit das am Weltmarkt besorgte Gas aus alternativen Quellen auch faktisch nach Österreich fließen kann. Um beispielsweise an LNG heranzukommen, schlägt die Gas Connect Austria eine Reihe von kurz- und mittelfristigen Maßnahmen vor. Mit einem Speichervolumen von insgesamt 8,46 Milliarden Kubikmeter ist Österreich gut aufgestellt.

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Foto: Steve.Haider.com

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