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FinTech oder Filialbank?


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Studie FH Oberösterreich

Eine europaweite Umfrage zu den Finanzgeschäften studierender Digital Natives lieferte bemerkenswerte Erkenntnisse.

Das traditionelle Filialbanksystem bekommt zunehmend Konkurrenz von Financial Technology Companies. FinTechs richten sich mit innovativen digitalen Lösungen für Zahlungsabwicklung, Veranlagungen, Finanzierungen und zahlreichen weiteren Angeboten in erster Linie an die Generation der Digital Natives. Innerhalb dieser Gruppe nehmen Studierende eine besondere Stellung ein: Denn sie gelten als „early adopters“ und Meinungsbildner und stehen als künftig besonders einkommensstark erwartete Zielgruppe im Fokus vieler Anbieter. Eine Umfrage unter 623 Studierenden aus 26 Ländern Europas zeigt, dass die digitale Transformation bereits voll im Gange ist. Darüber hinaus gewährt die Studie der Autoren Christoph Eisl, Malina Schnallinger und Susanne Leitner-Hanetseder, die am Institut für Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement am FH Studienort Steyr durchgeführt wurde, Einblicke in das Anlageverhalten der Studierenden, den Trade-off zwischen Rendite, Risiko und Nachhaltigkeit und die Adaption neuerer Assetklassen. Dabei treten auch deutliche Genderunterschiede zum Vorschein. Die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse für traditionelle Banken in Hinblick auf ihre weitere strategische Ausrichtung und ruft allgemein zu verstärkter Finanzbildung und im Speziellen zu einem Empowerment weiblicher Studierender auf. Denn Studienautor Christoph Eisl findet besonders die geschlechterspezifischen Unterschiede bemerkenswert: „Obwohl mit der Studie von Beginn an nicht unmittelbar intendiert, möchte ich auf die identifizierten Genderunterschiede hinweisen. Die weiblichen Studienteilnehmerinnen unterschieden sich in vielerlei Hinsicht von ihren männlichen Kollegen. Dies beginnt beim generellen Interesse an Finanzen und der Einschätzung ihrer Finanzkompetenz und reicht über das Anlageverhalten bis zur Beurteilung ihrer Zukunftsaussichten. Diese Unterschiede gilt es wahrzunehmen und auf hochschulischer, politischer und unternehmerischer Ebene zu berücksichtigen. Als Fortführung der Studie ist eine Ausweitung des regionalen Horizonts geplant, und zwar insbesondere der Vergleich Europas mit den Kontinenten Asien und Amerika“, so Christoph Eisl von der Management-Fakultät der FH Oberösterreich in Steyr.

Über 50 Prozent nutzen Konto bei „reiner“ Online-Bank

Die durchgeführte Studie bringt zum Ausdruck, dass die traditionelle Hausbank respektive Filialbank kein „One-Stop-Shop“ mehr in Bezug auf die Finanzgeschäfte der Studierenden ist. Rund 60 Prozent der Studierenden nutzen bereits ein Konto einer „reinen“ Onlinebank und 83 Prozent zumindest eine App eines FinTech-Unternehmens, was den zunehmenden Wettbewerb zum Ausdruck bringt. In Bezug auf die verwendeten Apps sehen die Studierenden Sicherheitsfunktionen und Datenschutz, Vertrauen in den Anbieter und die Einfachheit der Nutzung als besonders wichtig an. Im Verhältnis dazu spielen die Personalisierbarkeit und das Design den Ergebnissen der Studie zufolge nur eine etwas geringere Rolle. Die Digitalisierung wird künftig noch weiter an Bedeutung gewinnen und auch für traditionelle Hausbanken immer wichtiger, um kundenorientierte Leistungen anzubieten. Um aktiv darauf zu reagieren, sind Investitionen in digitale Lösungen nötig bzw. können auch Kooperationen mit FinTechs eingegangen werden.

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Foto: OeSD/Andreas Scheiblecker

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