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Logistiker ergreifen selbst Initiative


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Transport & Logistik

Als „Helden der Coronazeit“ gefeiert, sorgten die Lkw-Fahrer in Zeiten des Lockdowns mit ihren Lieferungen unter großteils erschwerten Bedingungen dafür, dass die Grundversorgung aufrechterhalten werden konnte. Derzeit kämpfen viele Unternehmen wegen der exorbitant gestiegenen Spritpreise, des Kriegs in der Ukraine sowie des Mangels an Fahrern ums Überleben.

Von Marie-Theres Ehrendorff

In eine sorgenvolle Zukunft blicken Transportunternehmer, die massive Entlastungen fordern, damit die Branche nicht in einer Pleitewelle untergeht, die auch auf andere Sektoren überschwappen könnte. In der Branche zeichnet sich die Zunahme von Insolvenzen ab. „Die Lage ist schlimmer als in der Coronazeit, vor allem wenn wir innerhalb weniger Tage zweistellige Preissteigerungen haben“, stellt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer (WKO), fest.
Zwei Dinge machen dem Transportgewerbe massiv zu schaffen. Erstens fahren die Kosten davon – vor allem bei den Energie- und Treibstoffpreisen. Die CO2-Bepreisung hat die Kosten nochmals in die Höhe getrieben, wobei Österreich bereits davor eines der teuersten Länder in puncto Treibstoff war. Zweitens „bleiben die Fahrerkabinen leer, weil es an geeignetem Personal fehlt. Die Branche hatte schon vor dem Krieg in der Ukraine mit Kostensteigerungen von rund 15 Prozent zu kämpfen gehabt, mittlerweile sind es fast 30 Prozent“, berichtet Klacska. Größte Sorgen machen mehr als 90 Prozent von den Transportunternehmen die Energiepreise und der Arbeitskräftemangel. „Aktuell fehlen 8000 Lkw-Fahrer und -Fahrerinnen in Österreich“, beklagt Klacska. Die bevorstehende Pensionierungswelle der Babyboomer wird den Mangel verschärfen. So werden ruhestandsbedingt 25.000 Personen im nächsten Jahrzehnt wegfallen – das ist ein Viertel der gegenwärtig 100.000 Beschäftigten in der Branche. „Mehr als 40 Prozent der Lenker sind älter als 50 Jahre, zehn Prozent sind über 60 Jahre alt“, klagt Klacska. Mit neun Prozent unter 30-Jährigen stehen vergleichsweise sehr wenige dem Abgang gegenüber.

Gesucht: Einsteiger und Frauen

Zur Beseitigung des Fahrermangels könnten mehr Berufseinsteiger und Frauen beitragen. Klacska bedauert, dass der Frauenanteil in der Branche unter zwei Prozent ausmacht. „Dabei wäre der Beruf mit seinen geregelten Arbeitszeiten durchaus auch mit Teilzeit kompatibel. Denn der Großteil der österreichischen Transportunternehmen arbeitet regional und nicht im Fernverkehr. Jede zweite Lkw-Fahrt ist kürzer als 50 Kilometer, 70 Prozent weniger als 150 Kilometer. Dass nicht mehr Frauen den Beruf ausüben, liegt am schlechten Ruf der Branche“, meint Klacska, die zu Unrecht schlechtgeredet werde. Die Bezahlung wurde deutlich verbessert und die Arbeitszeit kann flexibel geregelt werden.

Projekt Logistikbotschafter

Die Initiative Logistikbotschafter wurde von der Sparte Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Wien ins Leben gerufen, um junge Menschen für die Logistikbranche zu begeistern. Junge Expertinnen und Experten geben Schülern Einblick in die wachsende, vielfältige Welt der Logistik. „Die Logistik selbst und Karrierewege in der Logistik sind vielfältiger, als viele denken, und das möchten wir aufzeigen. Viele Schülerinnen und Schüler haben sich vor unseren Besuchen noch nie damit beschäftigt, wie Lebensmittel in die Regale kommen“, weiß Davor Sertic, Spartenobmann Transport und Verkehr in der WK Wien und Initiator der Logistikbotschafter. „Darum haben wir die Logistikbotschafter ins Leben gerufen. Sie können aus erster Hand erzählen, was die Branche so einzigartig macht.“  

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Foto: Florian Wieser

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