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Energie neu denken


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Energie Westösterreich

Auch die Zukunft des Industriestandortes Westösterreich hängt davon ab, wie schnell und umfassend Gewinnung, Verteilung und Nutzung von Energie umgerüstet werden. Vieles wird bereits geplant und umgesetzt, Wesentliches ist noch zu tun. Eine Bestandsaufnahme.

Von Siegfried Hetz

Viele Jahrzehnte lang war die Wasserkraft in Westösterreich eine sichere Bank für die Energiegewinnung. Ein Standortvorteil par excellence. Mit den Verwerfungen infolge der Pandemie auf dem Weltmarkt, den klimatischen Veränderungen und schließlich aktuell und am schwerwiegendsten mit den kriegerischen Aggressionen Russlands gegen die Ukraine hat sich auch diese Sicherheit relativiert. Die Energiepreise sind in die Höhe geschossen, das Netz ist volatil geworden, aber auch der Transformationsprozess ist in die Gänge gekommen.

Ausbau der Wasserkraft

Die Planungen für die nächste Ausbaustufe des Speicherkraftwerks Limberg II in Kaprun hatten zwar schon vor den Krisen begonnen, ihre Bedeutung ist aber erst jetzt so richtig ins Bewusstsein gedrungen. Der Vorarlberger Landesversorger Illwerke VKW, dessen 20 Speicher- bzw. Pumpspeicherkraftwerke seit den 1930er-Jahren für die deutsche Stromversorgung arbeiten, plant den Bau eines neuen Pumpspeicherkraftwerks, das einen wichtigen Beitrag zur europäischen Energiewende leisten könne, wie es Vorstand Christof Germann bei der Projektpräsentation formulierte. Mit einer Leistung von 1.000 Megawatt im Turbinen- und im Pumpbetrieb wäre Lünerseewerk II das größte Wasserkraftwerk Österreichs. Die Kosten des Projekts in Höhe von zwei Milliarden Euro will der zu 100 Prozent in Landesbesitz befindliche Energieversorger zu einer Hälfte aus Eigenmitteln und zur anderen mit Fremdkapital finanzieren; Förderungen werden dafür nicht in Anspruch genommen.

Die Zukunft heißt Wassersstoff

Für den Verbund ist grüner Wasserstoff ein Gamechanger, um die Energiezukunft erfolgreich gestalten zu können. Auf grünen Wasserstoff wird besonders dort gesetzt, wo direkte Elektrifizierung nicht möglich ist. Gemeinsam mit Partnern aus unterschiedlichen Sektoren setzt der Verbund lokale Projekte um und treibt gleichzeitig die Etablierung einer grünen Wasserstoffwirtschaft über Importrouten voran.
Zusammen mit lokalen Abnehmern aus energieintensiven, sogenannten Hard-to-abate- Sektoren wie Stahl und (Petro-)Chemie, aber auch der Mobilitätsbranche entwickelt der Verbund grüne Wasserstoffprojekte. Dabei wird auf das Know-how aus Kraftwerksbau und Stromhandel gesetzt. Auf Basis der bereits gesammelten Erfahrungen aus dem Betrieb einer 6MW großen PEM-Demonstrationsanlage beim Industriepartner voest-alpine in Linz sowie der Pilotanlage einer Hochtemperatur-Elektrolyse am Verbund- Kraftwerksstandort in Mellach werden maßgeschneiderte und kosteneffiziente Lösungen für grünen Wasserstoff zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele entwickelt.

Tiroler Wasserstoff-Cluster

Die Signale aus der E-Wirtschaft sind unmissverständlich: So viel Strom, wie wir brauchen, kann gar nicht produziert werden. Um auf europäischer Ebene die E-Mobilität so wie geplant ausbauen und aufrechterhalten zu können, die Dekarbonisierung zu finalisieren, die Abhängigkeit von nuklearen und fossilen Brennstoffen zu beenden und schließlich auch noch Treibhausgasemissionen zu vermeiden, ist in den nächsten Jahrzehnten ein umfassender Umbau des heutigen Energiesystems das Gebot der Stunde. Die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie könnte dabei zu einer der wichtigsten alternativen Energie- und Antriebsquellen werden und gilt deshalb als Schlüsselbaustein der Energiewende. So ermöglichen es Power-to-Gas-Technologien, mittels erneuerbarer Energiequellen grünen Wasserstoff durch die elektrolytische Spaltung von Wasser herzustellen. Das größte Potenzial von Wasserstoff zur Erreichung des Klimaneutralitätsziels liegt dabei in jenen Anwendungsbereichen und Sektoren, die besonders schwer zu dekarbonisieren sind und für die ansonsten keine anderen realistischen Technologiealternativen zur Verfügung stehen, wie es beim Schwerlastenverkehr, der industrielle Energie- und Rohstofferzeugung sowie im Wärmesektor der Fall ist. Die weltweite Nachfrage nach Wasserstoff, der bislang konventionell hergestellt wurde, hat sich seit 1975 mehr als verdreifacht und wächst auch kontinuierlich weiter. „Mit der Ausweitung der Produktion von regenerativ hergestelltem Wasserstoff und dessen Nutzung als Energiequelle in allen Energieverbrauchssektoren sollen europäische Unternehmen Prognosen zufolge bereits im Jahr 2030 Umsätze von bis zu 65 Milliarden Euro in Europa erzielen“, wie es vonseite der Hydrogen Power, Tirol, heißt.

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Foto: iStock.com/apott

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