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Norwegen – Energielieferant und E-Auto-Musterland


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Norwegen

Norwegen ist nicht nur für seine malerischen Landschaften bekannt, es ist auch einer der wichtigsten Energielieferanten für Öl und Gas. Das hat dem Land zu immensem Reichtum verholfen. Zudem ist Norwegen auch Vorreiter bei Elektromobilität. Wie passt das zusammen?

Von Dirk Seybold

Das Zeitalter des Erdöls begann in Norwegen in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Mitte der 1980er-Jahre wurde schließlich auch die Erdgasförderung forciert. Für die Erschließung der Öl- und Gasfelder und die anschließende Förderung wurde eine eigene staatliche Ölgesellschaft gegründet. Diese trug bis 2018 den Namen „Statoil“ und wurde im Zuge des Übergangs zum Energiekonzern in „Equinor“ umbenannt.

Wohlstand für morgen sichern

Von Beginn an wurden auch namhafte und über entsprechende Erfahrung verfügende ausländische Unternehmen für die Erkundung, Erschließung und Förderung an Bord geholt. Dieser Umstand, gepaart mit dem Wissen um die Endlichkeit der fossilen Rohstoffe, hat in Norwegen dazu geführt, dass 1990 ein staatlicher Ölfonds eingerichtet wurde, der den Wohlstand, der durch die Einkünfte aus dem Ölgeschäft möglich wurde, auch für künftige Generationen sichern soll. Dieser Fonds wird seit 1997 mit den Erträgen aus dem Öl- und Gasgeschäft gespeist und dient zugleich als Puffer für den norwegischen Staatshaushalt, indem Überschüsse in den Fonds eingezahlt und Defizite daraus gedeckt werden. Die Erträge aus dem wichtigsten Wirtschaftszweig Norwegens, der im Jahr 2020 gut 200.000 Beschäftigte aufwies, sind immens. Der Fonds hat 2019 die unglaubliche Marke von 10.000 Milliarden norwegischen Kronen übersprungen und umfasst mittlerweile den Gegenwert von ungefähr 1,2 Billionen Dollar.

Starthilfe fürs E-Auto

Die Bevölkerung für Elektromobilität zu begeistern begann im hohen Norden bereits mit ersten Initiativen in den 1990er-Jahren. Das mag auf den ersten Blick paradox wirken, da Norwegen aufgrund seiner Topografie mit teils hohen Bergen und seiner ausgedehnten Nord-Süd-Erstreckung alles andere als prädestiniert für Elektromobilität scheint. Dazu kommt noch das im Winter sehr raue Klima. Was die Norweger trotzdem zum Umstieg bewegt hat, waren großzügige Förderangebote, die von Anfang an für E-Auto-Käufer galten. Trotzdem ließ der Erfolg noch einige Zeit auf sich warten. Einen massiven Popularitätsschub erhielt die Elektromobilität 1995 durch eine aufsehenerregende Aktion des Leadsängers der norwegischen Band „A-Ha“, Morten Harket, der gemeinsam mit einem Umweltaktivisten in einem auf Elektroantrieb umgerüsteten Fiat Panda das Land bereiste. Die beiden weigerten sich während ihrer Reise, Mautgebühren und Strafzettel zu bezahlen, was wiederum die Behörden veranlasste, ihr Auto einzuziehen und zu verwerten, um die Ausstände zu begleichen. Die Aktion erregte große Aufmerksamkeit und rückte die Elektromobilität in die politische und gesellschaftliche Diskussion.

Steuerprivilegien als Kaufanreize

Doch der Denkanstoß alleine reichte nicht aus, dem E-Auto zum Durchbruch zu verhelfen. Dafür brauchte es einerseits steuerliche Erleichterungen wie den Erlass der 25- prozentigen Mehrwertsteuer, der Registrierungsgebühren oder den Entfall der Mautgebühren für die Käufer. Zudem war ihnen das Fahren auf Busspuren erlaubt und auch die Benutzung von Fähren war kostenlos. Andererseits war es auch die größere Produktvielfalt der vergangenen Jahre, mit der auch eine steigende Praxistauglichkeit mit größeren Reichweiten einherging, welche die Kauflust an dieser Fahrzeugkategorie ankurbelte. Eine weitere Steigerung erfuhr die Praxistauglichkeit durch den stetigen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

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Foto: istock.com/MariaUspenskaya

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